Option zur Umsatzsteuerpflicht: Pro und Contra

Was bei Abzug, Aufteilung und Berichtigung von Vorsteuern zu beachten ist

 

Wer umsatzsteuerfreie Heilbehandlungsleistungen erbringt, darf keine Vorsteuern aus Eingangsrechnungen abziehen. Das gilt beispielsweise bei (Zahn-)Ärzten, Therapeuten und ambulanten Pflegediensten. Doch immer öfter umfasst das Leistungsspektrum dieser Berufsgruppen neben umsatzsteuerfreien Heilbehandlungen auch Leistungen, die umsatzsteuerpflichtig sein können. Umsatzsteuer fällt allerdings nur an, wenn die steuerpflichtigen Umsätze im Vorjahr mehr als 17.500 Euro betrugen oder im laufenden Jahr voraussichtlich mehr als 50.000 Euro betragen werden (Kleinunternehmerregelung).

Umsatzsteueroption ermöglicht Vorsteuerabzug

Unternehmer können allerdings auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung verzichten und zur Umsatzsteuerpflicht optieren. Das kann vorteilhaft sein, da dann die in Eingangsrechnungen ausgewiesene anteilige Umsatzsteuer (z. B. für den Kauf eines Fahrzeugs, den Treibstoff oder eines Cerec-Geräts) als Vorsteuer abziehbar ist. Die Vorsteuer darf jedoch nur insoweit abgezogen werden, als die Wirtschaftsgüter in der Praxis für umsatzsteuerpflichtige Umsätze verwendet werden.

Vorsteuer ist aufzuteilen

Die Aufteilung der Vorsteuern richtet sich dabei nach der beabsichtigten Verwendung des bezogenen Gegenstands im Zeitpunkt des Erwerbs. Können die Kosten wirtschaftlich ausschließlich den steuerpflichtigen Umsätzen zugerechnet werden, ist die Vorsteuer vollständig abzugsfähig. Umgekehrt verhält es sich genauso. Ist die Zurechnung allerdings nicht direkt möglich, müssen die Vorsteuerbeträge sachgerecht in abziehbare und nicht abziehbare Vorsteuerbeträge aufgeteilt werden. Bei Heilberuflern ist in der Regel das Verhältnis zwischen ihren umsatzsteuerfreien und umsatzsteuerpflichtigen Umsätzen  ausschlaggebend. Etwas anderes kann für Immobilien gelten, da hier meist das Verhältnis der Wohn- bzw. Nutzflächen zueinander eine wirtschaftlich präzisere Aufteilung ermöglicht.

Wird der angeschaffte Gegenstand im Laufe der Nutzung für andere Dinge verwendet als ursprünglich  gedacht, muss der Vorsteuerabzug berichtigt werden. Nimmt der umsatzsteuerpflichtige Nutzungsanteil zu, darf mehr Vorsteuer abgezogen werden. Wird das Wirtschaftsgut im größeren Umfang für  umsatzsteuerfreie Leistungen verwendet, muss Vorsteuer zurückgezahlt werden.

Stichtag 31. Mai beachten

Wird ein Wirtschaftsgut für umsatzsteuerpflichtige Leistungen erworben, muss das Finanzamt zeitnah durch ein gesondertes Schreiben über die Zuordnung zum Unternehmen und den Aufteilungsschlüssel informiert werden. Als Stichtag gilt der 31. Mai des Folgejahres. Im Jahr 2016 angeschaffte oder hergestellte Wirtschaftsgüter müssen also bis zum 31. Mai 2017 dem Praxisvermögen zugeordnet  werden. Eine spätere Zuordnung erkennt das Finanzamt nur für Folgejahre an. Damit gehen Vorsteuerbeträge verloren. Die Ausschlussfrist gilt sogar, wenn für die Abgabe der  Umsatzsteuerjahreserklärung eine Fristverlängerung gewährt wurde.

Achtung bei Veräußerung von Praxisvermögen

Medizinische Geräte, die ein (Zahn-)Arzt ausschließlich für umsatzsteuerfreie Heilbehandlungen verwendet hat, können umsatzsteuerfrei veräußert werden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Vorsteuerabzug vollständig ausgeschlossen war.

Anders sieht es aus, wenn medizinische Geräte oder ein Praxisfahrzeug zumindest teilweise auch für steuerpflichtige Umsätze eingesetzt wurden. Dann ist die Veräußerung umsatzsteuerpflichtig.  Die Bundesfinanzrichter meinen: Es ist unerheblich, ob bei der Anschaffung Vorsteuer abgezogen wurde oder nicht. Wenn das (anteilige) Recht auf Vorsteuerabzug bestand, ist der Veräußerungsgewinn in vollem Umfang umsatzsteuerpflichtig. Die Finanzverwaltung sieht das bisher nicht ganz so eng. Sie erlaubt eine umsatzsteuerfreie Veräußerung auch dann, wenn die Gegenstände in einem geringfügigen Umfang von höchstens 5 Prozent für steuerpflichtige Tätigkeiten verwendet wurden. Voraussetzung ist allerdings, dass auch kein (anteiliger) Vorsteuerabzug geltend gemacht wurde.

Hinweis

Bei Kleinunternehmern wird auch bei einer grundsätzlich umsatzsteuerpflichtigen Veräußerung eines Wirtschaftsgutes keine Umsatzsteuer erhoben. Bei Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens ist der Veräußerungserlös auch nicht in die Umsatzgrenzen der Kleinunternehmerregelung einzubeziehen.

(Stand: 15.05.2017)

Wir sind gerne für Sie da

ADVITAX
Steuerberatungsgesellschaft mbH
Niederlassung Leipzig

Robert-Schumann-Straße 13
04107 Leipzig Sachsen Deutschland

Tel.: Work(0341) 2133613
Fax: Fax(0341) 2133620 ADVITAX Leipzig
E-Mail: 

Unsere Öffnungszeiten

Mo:7.30-17.00 Uhr
Di:7.30-17.00 Uhr
Mi:7.30-17.00 Uhr
Do:7.30-17.00 Uhr
Fr:7.30-17.00 Uhr
weitere Termine nach
telefonischer Vereinbarung

Steuerberater Leipzig
alle Kontaktdaten

Steuerberater ADVITAX Leipzig

 ETL Qualitätskanzlei: Steuerberater ADVITAX Leipzig

European Tax & Law

Ein Unternehmen der ETL-Gruppe
Mehr Infos auf www.ETL.de

 

Mandantenportal
ETL PISA-Login

ArbeitnehmerportaleMitarbeiter-Login

Mehr Informationen zu ETL PISA

 

Entdecken Sie
die Welt von ETL

 
ETL-Gruppe
Regional verbunden, global vernetzt
ETL-Rechtsanwälte
Mehr als 300 Rechtsanwälte auf Ihrer Seite
Kanzlei Voigt
Spezialisierte Rechtsberatung im Verkehrsrecht
ETL Wirtschaftsprüfung
Lösungen für erfolgreiche Unternehmer
ETL Unternehmensberatung
Existenzgründung bis Unternehmensnachfolge
felix1.de
Online-Steuerberatung
ETL Global
Internationale Beratung
ETL Gesundheitswesen
Spezialisierte Beratungen für den Gesundheitsmarkt
ETL ADHOGA
Steuerberatung für Hotellerie und Gastronomie
ETL Franchise
Steuerberatung für Franchise-Nehmer und Franchise-Geber
ETL Personal-Kompetenzcenter
Für ein erfolgreiches Personalmanagement
ETL Agrar & Forst
Steuerberatung für Land- und Forstwirte
ETL Profisport
Beratung für Profisportler aller Disziplinen
ETL SFS
Steuerberatung für Senioren
 
×